• AGJF Sachsen
  • Aktuelles
  • Position der BAG Landesjugendämter: Verantwortung öffentlicher Träger im Kontext des sogenannten Neutralitätsgebots

Position der BAG Landesjugendämter: Verantwortung öffentlicher Träger im Kontext des sogenannten Neutralitätsgebots

In der politischen Diskussion wird immer wieder auf ein sogenanntes Neutralitätsgebot verwiesen, dem Träger und Akteur*innen der Kinder- und Jugendhilfe vermeintlich unterliegen, um Positionierungen und die öffentliche Förderung von Trägern und Angeboten infrage zu stellen. Dies führt in der Praxis häufig zu Verunsicherungen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter (BAG LJÄ) hat mit der Stellungnahme „Demokratie, Vielfalt und Wertefreiheit schützen“ hier Klarheit geschaffen. Darin wird festgestellt, dass ein sogenanntes Neutralitätsgebot verfassungsrechtlich nicht normiert ist.

Im Gegenteil: Die Jugend- und Familienkonferenz hat bereits deutlich gemacht, dass es Aufgabe öffentlicher und freier Jugendarbeit ist, sich gegen Aussagen und Handlungen zu positionieren, die mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und den Menschenrechten nicht vereinbar sind. Die BAG LJÄ betont, dass diese Positionen für die Kinder- und Jugendhilfe insgesamt gelten.

„Die Kinder- und Jugendhilfe kann und darf nicht neutral sein, da sie den gesetzlich verankerten fachlichen Prinzipien des SGB VIII verpflichtet ist. Hierzu gehören insbesondere die Förderung des gelingenden Aufwachsens und der gesellschaftlichen Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, die Offenheit für Vielfalt und individuelle Lebenslagen, das Eintreten für die über die UN-Kinderrechtekonvention verbrieften Kinderrechte und die Pluralität von Trägern.“ (BAG Landesjugendämter)

Eine besondere Rolle komme dabei den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe zu. Sie seien gefordert, diese Prinzipien zu vertreten und sich für die freiheitlich-demokratische Grundordnung und eine offene Gesellschaft einzusetzen. Dazu gehöre unter anderem, für Vielfalt einzutreten und sich sachlich und klar gegen extremistische, menschenverachtende und demokratiezerstörende Haltungen, Entwicklungen und Akteur*innen zu positionieren. Ebenso sei es Aufgabe, über die Prinzipien und Werte der Kinder- und Jugendhilfe zu informieren und sich für diese einzusetzen.

Weiterführende Informationen:

Zurück

Weitere Beiträge

Jugend-, Bildungs- und Übernachtungsstätten im Blick

Der Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Familienausschuss) wird sich in seiner Sitzung am 16. November 2020 mit dem Antrag "Gemeinnützige Jugend- und Bildungsstätten und Übernachtungsstätten ... Weiterlesen …

16. Kinder- und Jugendbericht erschienen

Das BMFSFJ hat den aktuellen Bericht über die Lage junger Menschen und die Bestrebungen und Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe – 16. Kinder- und Jugendbericht – vorgelegt. Fokus bei diesem ist die „Förderung demokratischer Bildung im Kindes- und Jugendalter“. Neben dem Bericht der unabhängigen ... Weiterlesen …

Positionspapier: Jugendarbeit in Sachsen zukunftsfähig gestalten

Der DBSH Sachsen setzt sich im Positionspapier „Jugendarbeit in Sachsen zukunftsfähig gestalten“ für eine nachhaltige Absicherung und eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung von Angeboten der Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit im gesamten Freistaat ein. Fachkräfte haben unter den besonders ... Weiterlesen …

Aktuelle Hygieneregeln für die Praxis der Kinder- und Jugendarbeit

Mit der neuen CoronaSchutzVO für 11/20 sind die vorhandenen Hygienekonzepte der Kinder- und Jugendarbeit anzupassen. Die relevanten Erfordernisse und für den Arbeitsbereich ausgewählte FAQs finden sich hier: Für die Kinder- und Jugendarbeit ... Weiterlesen …

Eindringlicher Appell: Angebote der Kinder- und Jugendarbeit offen lassen – sie sind nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung!

Weiter heißt es in dem Appell: Kinder und Jugendlichen sind in besonderer Weise von der Krise betroffen. Sie stehen vor Entwicklungsaufgaben, die sie aktuell kaum einlösen können. Zukunftsängste und der Verlust von Gewissheiten prägen den Alltag. Viele Kinder und Jugendliche ... Weiterlesen …

Veraltetes Jugendschutzgesetz bekommt Update zum Jugendmedienschutz

Auch der Jugendschutz sollte sich aktuell zum Schutz der modernen Jugend, den Digital Natives, längst mit den Gefahren, Tücken und Fallen im Internet auseinandersetzen – dies betont auch Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey. Der Jugendschutz sei veraltet und „im Zeitalter von CD-ROM ... Weiterlesen …

Wissensplattform für die OKJA jetzt als Online-Seminar

Sächsische Fachkräfte sind eingeladen zu „Alles Wissen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit“. Zu der Wissensplattform für die OKJA findet am 30.11.2020 ein Online-Seminar statt. Im Online-Seminar erfolgt die Präsentation dieser einmaligen Wissensplattform. Unsere Vorstandsvorsitzende ... Weiterlesen …

NACHGEDACHT – über Jugend- und Jugendverbandsarbeit in herausfordernden Zeiten

Ein Zwischenruf von KJRS und AGJF Sachsen zur aktuellen Situation von Jugend- und Jugendverbandsarbeit weist darauf hin, dass die Sicherung der örtlichen Strukturen gerade in herausfordernden Zeiten mitgedacht werden muss. Mehr dazu: NACHGEDACHT ... Weiterlesen …